Das Wichtigste in Kürze
Ab dem 11. Dezember 2026 laufen Custom GPTs nicht mehr und lassen sich auch nicht mehr aufrufen. Bis dahin funktionieren sie ganz normal. OpenAI bietet einen Umzug zu sogenannten Plugins an, aber Verbindungen zu anderen Tools, deine bisherigen Chats und die Freigaben kommen dabei nicht automatisch mit. Der umgezogene GPT kann außerdem anders antworten als vorher. Deshalb gehst du in vier Schritten vor: sichern, aussortieren, umziehen, testen und Links tauschen. Das Sichern machst du am besten heute, auch wenn du erst später umziehst.
Am 11. Dezember 2026 schaltet OpenAI die Custom GPTs ab.
Ab dann laufen sie nicht mehr und lassen sich auch nicht mehr aufrufen. Bis dahin funktionieren deine GPTs ganz normal, du musst also nicht heute Abend alles umwerfen.
Aber ein paar Dinge solltest du heute erledigen. Weil beim Umzug nicht alles automatisch mitkommt, und weil du im Dezember garantiert anderes zu tun hast.
Mit diesem Guide ziehst du deine GPTs in vier Schritten um, ohne dass etwas verloren geht.
Das Wichtigste vorab
OpenAI bietet einen Umzug zu sogenannten Plugins an. Dabei kommen diese Dinge nicht automatisch mit:
- Verbindungen zu anderen Tools wie Kalender, Mailprogramm oder Formulare. In ChatGPT heißen die Aktionen.
- Deine bisherigen Chats mit dem GPT.
- Die Freigaben, also wer den GPT nutzen darf. Das ist wichtig, wenn du GPTs mit Kundinnen oder deinem Team teilst.
- Entwürfe, die du nie veröffentlicht hast. Umgezogen wird nur die zuletzt veröffentlichte Fassung.
Außerdem kann der umgezogene GPT anders antworten als vorher. Deshalb gehört Testen zum Umzug einfach dazu.
Quelle: OpenAI-Hilfeseite zur Abschaltung (auf Englisch). OpenAI schreibt dort selbst, dass sich die Termine je nach Konto noch verschieben können.
Schritt 1: Sichern
Mach das heute, auch wenn du erst später umziehst. Deine Anweisungen und Dateien gehören dir, und du kannst sie überall weiterverwenden.
- ChatGPT im Browser öffnen, links auf GPTs klicken, dann oben rechts auf Meine GPTs.
- Beim ersten GPT auf Bearbeiten klicken und den Reiter Konfigurieren öffnen.
- Den kompletten Text aus Anweisungen in ein Dokument kopieren. Den Namen des GPTs als Überschrift drüber.
- Alle Dateien unter Wissen herunterladen. Hast du die Originale nicht mehr, notier dir wenigstens die Dateinamen.
- Notieren, ob der GPT mit anderen Tools verbunden ist. Das siehst du im Bereich Aktionen.
- Drei Fragen aufschreiben, die du dem GPT oft stellst, und eine typische Antwort als Beispiel speichern.
- Alles in einen Ordner „GPT-Umzug“ legen und mit dem nächsten GPT weitermachen.
Schritt 6 klingt nach Kleinkram. Ist es aber nicht. Ohne diese Beispiel-Antwort weißt du nach dem Umzug nicht, ob dein GPT noch so klingt wie vorher.
Schritt 2: Aussortieren
Nicht jeder GPT muss mit. Geh deine Liste einmal durch und stell dir zu jedem GPT diese vier Fragen:
- Nutze ich ihn jede Woche?
- Nutzen Kundinnen ihn?
- Ist er mit anderen Tools verbunden?
- Und dann die Entscheidung: kommt mit, kommt später oder darf gehen.
Am einfachsten machst du dir dafür eine kleine Tabelle mit einer Zeile pro GPT.
So entscheidest du:
- Kundinnen nutzen ihn: zuerst umziehen, damit niemand vor einem toten Link steht.
- Mit Tools verbunden: früh anfangen, denn die Verbindungen musst du neu einrichten.
- Seit Monaten nicht benutzt: gesichert hast du ihn ja. Er darf gehen.
Schritt 3: Umziehen
Du hast zwei Möglichkeiten.
Möglichkeit A: In ChatGPT bleiben. In der Übersicht Meine GPTs steht neben jedem GPT ein Knopf Migrate to plugin. Draufklicken und den Schritten folgen. Verbindungen zu anderen Tools richtest du danach neu ein. Dein alter GPT bleibt bis zum Stichtag benutzbar, du kannst ihn nach dem Umzug aber nicht mehr bearbeiten.
Möglichkeit B: Woanders hinziehen. Mit deinen gesicherten Anweisungen und Dateien kannst du überall neu aufbauen: in einem Projekt in ChatGPT, in einem Claude-Projekt oder in einem Gemini Gem. Anweisungen reinkopieren, Dateien hochladen, fertig.
Welche KI für dich die richtige ist, steht im Guide Welche KI soll ich nehmen.
Schritt 4: Testen und Links tauschen
- Deine drei Testfragen aus Schritt 1 stellen.
- Die Antworten mit deinem gespeicherten Beispiel vergleichen. Klingt es noch nach dir? Stimmen die Inhalte?
- Passt etwas nicht, die Anweisungen nachschärfen und noch mal testen.
- Erst wenn alles passt: Kundinnen und Team den neuen Link schicken. Spätestens Anfang Dezember, damit niemand am 11. vor einem toten Link steht.
Beim Vergleichen kann dir die KI selbst helfen. Diesen Prompt gibst du im neuen Zuhause ein, zusammen mit deiner alten Beispiel-Antwort:
Der Umzugs-Test
Ich habe meinen Custom GPT umgezogen und will prüfen, ob er noch so arbeitet wie vorher. Hier ist eine typische Frage, die ich ihm oft stelle: [FRAGE] Hier ist die Antwort, die mein alter GPT darauf gegeben hat: [ALTE ANTWORT] Beantworte die Frage jetzt bitte so, wie du es nach deinen Anweisungen tun würdest. Vergleich danach deine Antwort mit der alten: 1. Was ist inhaltlich anders? Fehlt etwas, oder ist etwas dazugekommen? 2. Was ist im Ton anders? Länge, Anrede, Satzbau, Wörter, die ich nie benutzen würde. 3. Welche Stelle in deinen Anweisungen müsste ich ändern, damit du näher an der alten Antwort bist? Schlag mir den neuen Satz direkt vor. Erfinde nichts dazu, was nicht in deinen Anweisungen oder Dateien steht.
Der Haken: Der Umzug sieht fertig aus, bevor er es ist
Der Knopf ist schnell gedrückt. Danach steht da ein Plugin mit dem richtigen Namen, und alles sieht aus wie vorher.
Nur antwortet es vielleicht ein bisschen anders. Oder die Verbindung zum Kalender fehlt. Oder deine Kundin klickt auf den alten Link und landet im Nichts, weil die Freigabe nicht mitgekommen ist.
Das merkst du nicht beim Umziehen, sondern erst, wenn es jemand benutzt. Deshalb gilt: Umgezogen ist ein GPT erst, wenn er getestet ist und der neue Link draußen ist.
Deine Checkliste
- Alle GPTs in „Meine GPTs“ gefunden
- Anweisungen jedes GPTs kopiert
- Wissensdateien heruntergeladen
- Verbindungen zu anderen Tools notiert
- Drei Testfragen pro GPT aufgeschrieben
- Aussortiert: was mitkommt, was gehen darf
- Umgezogen, als ChatGPT-Plugin oder in ein neues Zuhause
- Getestet und nachgeschärft
- Neue Links an Kundinnen und Team verschickt
Und wenn du das nicht allein machen willst
Beim Sichern merken viele: Mein Business-Wissen ist über fünf, acht, zwölf GPTs verstreut. Jeder kennt ein Stück, keiner das Ganze.
Dann ist jetzt der beste Moment, es einmal richtig aufzubauen. Eine KI-Infrastruktur, in der dein Business steckt, mit deinen Angeboten, deiner Zielgruppe, deiner Stimme und deinen Abläufen. Und darauf die Helfer, die du wirklich brauchst.
Egal, welches Tool morgen wieder etwas abschaltet.



