Das Wichtigste in Kürze
Ein Verkaufstext kann sich anfühlen wie ein Gespräch, obwohl nur eine redet. Das klappt, wenn du an den richtigen Stellen Fragen einbaust, die deine Leserin im Kopf beantwortet, und ihre Antwort gleich mitdenkst. Fragen wie „Hast du Probleme mit KI?“ funktionieren dabei schlecht, darauf sagt fast jede reflexhaft Nein. Viel besser ist eine Frage, die sie mitten in eine Situation setzt, die sie kennt. Deine KI kann dir einen fertigen Text genau darauf durchgehen und die Fragen dort einbauen, wo sie aus dem Gedanken davor entstehen. Zwei Prompts dafür stehen in diesem Guide.
Das Telefon klingelt. Eine freundliche Stimme fragt: „Haben Sie kurz Zeit?“
Und du hast schon Nein gesagt, bevor sie überhaupt fertig ist.
Du weißt noch gar nicht, worum es geht. Vielleicht wäre es sogar interessant gewesen. Aber die Frage kennst du, und deine Antwort darauf liegt seit Jahren fertig bereit.
Und genau das passiert jeden Tag mit unseren Posts und Mails.
Worum es in diesem Guide geht
Wenn wir Verkaufstexte schreiben, stellen wir gern Fragen. „Hast du auch Probleme mit KI-Texten?“ „Möchtest du mehr Zeit für deine Klientinnen?“
Und deine Leserin macht das Gleiche wie am Telefon. Sie sagt im Kopf ganz schnell Nein oder „Ja, ja“ und scrollt weiter.
Dabei können Fragen im Text richtig viel. Wenn du sie gut stellst, beantwortet deine Leserin sie im Kopf, fast ohne es zu merken. Und dann liest sich dein Text auf einmal wie ein Gespräch zwischen euch beiden, obwohl nur du redest.
Das nenne ich den unsichtbaren Dialog. Du schreibst ihre Hälfte des Gesprächs einfach mit, und irgendwann vergisst sie, dass sie gerade einen Verkaufstext liest.
In diesem Guide zeig ich dir, wie das geht, woran du eine gute Frage erkennst und mit welchen zwei Prompts deine KI dir die Fragen an die richtigen Stellen setzt. Vorher aber noch mal kurz zurück ans Telefon, denn da kommt der Trick her.
Ein Trick aus dem Telefonverkauf
Stan Billue war ein amerikanischer Verkaufstrainer, der vor allem fürs Verkaufen am Telefon bekannt war. Der E-Mail-Texter Ben Settle zählt ihn zu den Lehrern, die jede studieren sollte, die Mails schreibt.
In einem langen Interview mit Michael Senoff erklärt Billue, warum die üblichen Fragen am Telefon so schlecht funktionieren: Die Leute haben sich auf die Standardfragen längst Standardantworten zurechtgelegt. Du fragst, was alle fragen, und kriegst zurück, was alle zurückkriegen.
Also hat er seinen Leuten beigebracht, anders ins Gespräch zu gehen. Mit einladenden Sätzen wie „Erzähl mir mal ein bisschen von …“ und mit kleinen Weiter-Sätzen, damit das Gegenüber weiterredet. Sein Lieblingssatz dafür waren drei Wörter: „Erzähl mir mehr.“
Das klingt nach echtem Interesse, und genau deshalb redet das Gegenüber gern weiter.
Und jetzt kommt der Teil, der für dich spannend ist. In einem Text kann deine Leserin dir gar nicht antworten. Du musst ihre Antwort also mitdenken und selbst hinschreiben. Genau das ist der unsichtbare Dialog, und das ist meine Übertragung von Billues Telefon-Trick auf Posts, Mails und Verkaufsseiten.
Warum „Hast du Probleme mit …?“ fast immer mit Nein endet
Stell dir vor, eine Fremde fragt dich auf der Straße: „Hast du Probleme mit deinem Marketing?“
Was sagst du? Wahrscheinlich „Nee, läuft“. Auch wenn du gestern Abend noch um elf am Laptop gesessen hast.
Und das ist ganz normal. Mit so einer Frage muss sie sich selbst ein Etikett aufkleben: Ich bin eine mit Problemen. Das macht keine gern, schon gar nicht vor einer Fremden. Also kommt das Nein ganz automatisch, noch bevor sie richtig nachgedacht hat.
Viel besser funktioniert eine Frage, die sie mitten in eine Situation setzt, die sie kennt. Zum Beispiel:
„Wenn du die KI um einen Post bittest: Wie oft löschst du danach erst mal die Hälfte?“
Merkst du den Unterschied? Jetzt siehst du dich selbst vor dir, am Laptop, mit dem Finger auf der Löschtaste. Und im Kopf antwortest du schon: „Ständig.“
Die gute Frage fragt nach einem Moment. Und einen Moment, den sie kennt, gibt sie gern zu, weil sie sich damit nicht klein machen muss. Sie erinnert sich einfach.
So baust du den unsichtbaren Dialog
Eigentlich sind es immer vier kleine Schritte, die sich wiederholen:
- Eine Aussage. Du sagst etwas über ihren Alltag oder über dein Thema.
- Eine Frage, die aus der Aussage kommt. Keine, die vom Himmel fällt. Sie ergibt sich aus dem Satz davor.
- Ihre Antwort, von dir mitgeschrieben. „Eben.“ „Kommt dir bekannt vor, oder?“ „Ja, dachte ich mir.“
- Der nächste Gedanke. Du schiebst das Gespräch ein Stück weiter, als hätte sie gerade genickt.
Ausgeschrieben sieht das so aus:
Die meisten KI-Texte fangen gut an und werden dann immer glatter. Wie oft liest du einen Post von der KI und denkst beim dritten Absatz: So würde ich das nie sagen? Kommt dir bekannt vor, oder? Die KI weiß halt einfach nicht, wie du redest.
Deine Leserin hat da gerade dreimal innerlich genickt. Und sie hat nicht einmal das Gefühl gehabt, dass ihr jemand was verkaufen will.
Vorher und nachher
Damit du ein Gefühl dafür kriegst, hier drei Beispiele aus meiner Welt.
Im Post
Vorher: „Hast du auch Probleme damit, dass deine KI-Texte nicht nach dir klingen? Dann ist dieser Post für dich.“
Nachher: „Wenn du die KI um einen Post bittest: Wie oft löschst du danach erst mal die Hälfte? Und zwar genau die Hälfte, die klingt wie von einer anderen Frau geschrieben. Eben. Dann sitzt du wieder selbst dran und tippst alles noch mal neu.“
In der Mail
Vorher: „Möchtest du mehr Zeit für deine Klientinnen haben?“
Ja, klar. Und jetzt?
Nachher: „Wann hast du diese Woche das letzte Mal eine kurze Mail an eine Klientin angefangen und hingst dann zwanzig Minuten im Postfach fest? Ja, dachte ich mir. Genau diese zwanzig Minuten kann dir die KI abnehmen.“
Auf der Verkaufsseite
Vorher: „Hast du Angst, dass KI zu technisch für dich ist?“
Nachher: „Vielleicht denkst du gerade: Klingt ja alles schön, aber ich krieg ja schon das Update am Drucker kaum hin. Wenn du das gerade denkst, bist du in guter Gesellschaft. Und genau deshalb musst du bei mir nichts einrichten, das mach ich.“
Bei der Verkaufsseite siehst du noch was: Da wird die Frage zum Gedanken, den sie gerade hat. Du sprichst ihren Einwand aus, bevor sie ihn selbst ausspricht, und beantwortest ihn gleich mit. Wenn du wissen willst, wie du an die echten Worte deiner Kundinnen für solche Stellen kommst, lies den Guide Deine Kundinnen schreiben deine Verkaufstexte.
Und jetzt macht die KI das für dich
Du musst jetzt nicht jeden Text Satz für Satz durchgehen und überlegen, wo eine Frage hinpasst. Das kann deine KI richtig gut, wenn du ihr den Auftrag sauber gibst.
Wichtig ist dabei eine Sache: Die KI soll deinen Text lesen und die Fragen aus deinen Gedanken entwickeln. Sonst streut sie dir überall „Kennst du das?“ rein, und das klingt nach genau der Werbung, die keiner lesen will.
Du kopierst den Prompt, setzt unten deinen fertigen Text ein und schickst ihn ab. Das geht mit einem Post genauso wie mit einer Mail oder deiner Verkaufsseite.
Der Unsichtbare-Dialog-Prompt
Ich gebe dir gleich einen fertigen Text von mir. Meine Leserinnen sind [BESCHREIB HIER KURZ DEINE KUNDINNEN, z. B. Online-Coaches über 40, die ihre Praxis allein führen]. Deine Aufgabe: Bau an 2 bis 4 Stellen eine Frage ein, die meine Leserin beim Lesen im Kopf beantwortet. So soll jede Stelle aufgebaut sein: 1. Eine Aussage, die schon in meinem Text steht. 2. Eine Frage, die sich direkt aus dieser Aussage ergibt und meine Leserin in eine konkrete Situation aus ihrem Alltag setzt. Frag nach einem Moment („Wie oft …“, „Wann hast du zuletzt …“, „Wenn du …, was passiert dann?“), nie nach einem Problem oder einem Gefühl. 3. Die Antwort, die sie wahrscheinlich im Kopf gibt, kurz von mir mitgeschrieben („Eben.“, „Kommt dir bekannt vor, oder?“, „Ja, dachte ich mir.“). 4. Der Übergang zu meinem nächsten Gedanken. Regeln: - Keine Ja-Nein-Fragen, auf die man reflexhaft Nein sagt („Hast du Probleme mit …?“, „Möchtest du …?“, „Kennst du das?“). - Keine Marketing-Floskeln, keine Fragen, die vom Himmel fallen. - Nie zwei Fragen direkt hintereinander. Nach jeder Frage kommt eine Antwort oder ein Gedanke. - Lass meinen Text sonst so, wie er ist. Ändere nur die Stellen, an denen du eine Frage einbaust. Zeig mir danach eine Liste: welche Stelle, welche Frage, und welche Antwort meine Leserin darauf vermutlich im Kopf gibt. Hier ist mein Text: [TEXT EINFÜGEN]
Was du zurückkriegst, ist dein eigener Text mit ein paar neuen Stellen drin. Lies ihn einmal laut. Wo du beim Lesen selbst innerlich antwortest, bleibt die Frage drin. Der Rest fliegt raus.
Der Vorher-Nachher-Check
Und dann gibt es noch die andere Richtung. Vielleicht stecken in deinen Texten schon Fragen, nur eben die Sorte, auf die alle Nein sagen.
Dafür gibt es den zweiten Prompt. Der geht deinen Text durch, findet die schwachen Fragen und zeigt dir, wie sie als Situation klingen würden. Du kannst ihn im selben Chat hinterherschicken oder mit einem ganz neuen Text starten.
Der Fragen-Check
Ich gebe dir gleich einen Text von mir. Prüf nur die Fragen darin, schreib den Rest nicht um. Such: 1. Fragen, auf die man reflexhaft mit Nein oder „Ja, ja“ antwortet, weil sie nach einem Problem, einem Wunsch oder einem Etikett fragen („Hast du …?“, „Möchtest du …?“, „Willst du endlich …?“, „Kennst du das?“). 2. Stellen, an denen zwei oder mehr Fragen direkt hintereinander stehen. 3. Fragen, die nicht aus dem Satz davor entstehen. Mach für jede Fundstelle eine Tabelle mit diesen Spalten: - meine Frage - warum sie nicht zieht (in einem Satz) - deine neue Version als Frage nach einer konkreten Situation aus dem Alltag meiner Leserin - die Antwort, die sie darauf vermutlich im Kopf gibt Regeln: - Erfinde keine Zahlen und keine Geschichten, die nicht in meinem Text stehen. - Schreib so, wie man redet. Keine Werbesprache. - Wenn eine Frage schon gut ist, sag das und lass sie stehen. Hier ist mein Text: [TEXT EINFÜGEN]
Dieser Check ist übrigens auch super für alte Texte, die schon auf deiner Webseite stehen. Da findest du meistens mehr „Kennst du das?“, als dir lieb ist.
Und noch ein Tipp: Eine gute Frage ist eigentlich eine ganz kleine offene Schleife. Sie macht etwas auf, und die Leserin will die Antwort. Wie du das im großen Stil nutzt, steht im Guide Warum manche Texte dich nicht loslassen.
Der Haken: Aus dem Gespräch wird ein Verhör
Wenn man das einmal verstanden hat, will man es natürlich überall machen. Und da kippt es ganz schnell.
So klingt es, wenn es zu viel wird:
Kennst du das? Fühlst du dich auch manchmal komplett überfordert? Willst du endlich wieder Zeit für dich?
Drei Fragen hintereinander, und keine davon wird beantwortet. Da sitzt deine Leserin auf einmal im Verhör. Und genau das wollte Billue am Telefon ja vermeiden.
Nach jeder Frage kommt erst ihre Antwort und dann dein nächster Gedanke. Erst danach darf die nächste Frage kommen. Und in einem kurzen Post reicht meistens schon eine einzige.
Im Prompt oben steht das deshalb auch so drin. Wenn die KI trotzdem zwei Fragen hintereinander setzt, schick ihr einfach hinterher: „Mach aus der zweiten Frage bitte eine Aussage.“
Wenn du dir eine Sache merkst
Bevor du das nächste Mal eine Frage in deinen Text schreibst, frag dich:
In welchem Moment sitzt sie gerade, wenn sie das liest?
Vielleicht sitzt sie gerade am Laptop, mit dem Finger auf der Löschtaste, oder sie hängt seit zwanzig Minuten im Postfach, wegen einer Mail, die eigentlich ganz kurz werden sollte. Wenn deine Frage genau diesen Moment trifft, antwortet sie dir im Kopf, und euer Gespräch hat angefangen.
Und so eine Frage kann die KI nur stellen, wenn sie deine Kundinnen wirklich kennt: ihren Alltag, ihre Worte, die Momente, in denen es hakt. Genau das hinterlegen wir im KI Business Backbone. Dann schreibt deine KI diese Fragen gleich mit, und du musst ihr nicht jedes Mal neu erklären, für wen sie eigentlich schreibt.



