Das Wichtigste in Kürze
Meta testet seit Ende 2025 eine Grenze für Links. Facebook-Seiten und Profile im Profimodus dürfen nur noch rund zwei Beiträge mit externem Link pro Monat posten, wer mehr will, zahlt für ein Abo. Das trifft alle, die Facebook nutzen, um Leute auf ihre Webseite, ihren Newsletter oder ihr Angebot zu schicken. Es gibt Wege drumherum, von aufgeräumten Profil-Links bis zu Nachrichten. Der spannendste sind Facebook-Gruppen. Links in Gruppen zählen nach bisherigem Stand nicht mit, und Facebook belohnt gerade genau das, was in einer guten Gruppe passiert: echte Gespräche statt Link-Werferei.
Facebook hat mal wieder die Regeln geändert.
Diesmal geht es um Links.
Facebook-Seiten und Profile im Profimodus dürfen nur noch rund zwei Beiträge mit Link pro Monat posten. Wer mehr will, soll zahlen.
Das klingt erst mal ziemlich übel, gerade für Selbstständige. Je länger ich drauf gucke, desto mehr glaube ich aber, dass Facebook damit aus Versehen etwas anderes richtig wertvoll gemacht hat.
Facebook-Gruppen.
Und genau deshalb hab ich vor ein paar Tagen meine eigene aufgemacht.
Was sich genau ändert
Meta testet die Grenze seit Dezember 2025 und weitet sie seitdem Stück für Stück aus. Vielleicht ist dein Konto noch gar nicht betroffen. Wenn du Facebook aber nutzt, um Leute auf deine Webseite, deinen Newsletter oder dein Angebot zu schicken, solltest du dich jetzt schon drauf einstellen.
Betroffen sind:
- Facebook-Seiten
- persönliche Profile, die im Profimodus laufen
Mehr Links gibt es nur noch mit einem bezahlten Meta-Abo. Laut der Facebook-Expertin Mari Smith bekommst du für 149 Dollar im Monat bis zu 20 Link-Beiträge, unbegrenzt gibt es ab rund 500 Dollar im Monat.
Nur um ein paar Links posten zu dürfen. Das ist eine Menge Geld.
Neun Wege, wie du trotzdem Leute zu dir bringst
Bevor ich dir erzähle, warum ich auf Gruppen setze, hier erst mal alles, was du sonst noch machen kannst. Manche Wege passen zu dir, manche nicht.
1. Räum deine festen Links auf. Wenn Links in Beiträgen knapp werden, werden die Links wichtiger, die immer da sind: der Button auf deiner Seite, deine Kurzinfo, die Links in deinem Profil. Schau mal, ob da noch ein Link von vor zwei Jahren steht. Und frag dich: Wo soll eine Frau hin, die mich heute zum ersten Mal entdeckt?
2. Bau dir eine Seite für alle Links. Eine Seite auf deiner eigenen Webseite, auf der alles Wichtige steht, also dein Newsletter, dein Freebie und dein Angebot. Dann musst du nie wieder überlegen, welchen Link du teilst. Du teilst immer denselben und tauschst nur aus, was drinsteht.
3. Plan deine zwei Links. Wenn du nur zwei hast, verschenk sie nicht an irgendwas. Nimm sie für das, was wirklich zählt: einen Launch, ein Freebie, eine Anmeldung zu deiner E-Mail-Liste. Wer einmal auf deiner Liste steht, für den brauchst du Facebook nicht mehr, um ihr einen Link zu schicken.
4. Nutz Storys. Storys eignen sich gut für alles, was heute passiert. Ein neuer Artikel, ein Termin, ein Angebot, das nur kurz gilt. Deine ganze Strategie würde ich darauf nicht bauen, aber als Ergänzung sind sie gut.
5. Sag deine Adresse laut. Ein Link muss nicht anklickbar sein. Wenn deine Webseite eine Adresse hat, die man sich merken kann, sag sie im Reel oder schreib sie ins Bild. Wer es wirklich wissen will, tippt sie selbst ein.
6. Mach Veranstaltungen. Wenn du Workshops oder Lives machst, leg sie als Facebook-Veranstaltung an. Dann bleiben die Leute erst mal auf Facebook, und Facebook mag das.
7. Schalte Werbung, wenn die Zahlen stimmen. Das ist natürlich der Weg, den Facebook am liebsten hätte. Wenn du weißt, dass ein Freebie oder ein Angebot gut läuft, kann eine Anzeige mehr Sinn ergeben als ein Abo, das du nur für mehr Links bezahlst. Entscheidend ist, dass du weißt, was dir ein Klick oder eine neue Kundin wert ist.
8. Hol die Leute in die Nachrichten. Statt „Klick hier“ sagst du: „Schreib mir, dann schick ich dir alles.“ Für mich ist das einer der stärksten Wege überhaupt. Wenn du mit jemandem privat schreibst, wertet Facebook das als echtes Interesse, und das hilft auch deinen nächsten Beiträgen. Dazu kommt: Genau dafür ist Facebook mal gebaut worden. Für Kontakt, nicht dafür, dass man Links in die Gegend wirft. Und die Menschen, die auf Facebook unterwegs sind, wollen das auch.
9. Geh in Gruppen. Das ist der Weg, der mich am meisten interessiert. Und zwar nicht, weil man da Links noch leichter loswird.
Warum ich auf Gruppen setze
Fast alle Wege oben beantworten eine einzige Frage: Wie kriege ich jemanden zu meinem Link?
Eine gute Gruppe beantwortet eine viel größere Frage: Wie lernt mich jemand kennen, bevor ich überhaupt irgendwas verlinke?
In einer Gruppe passiert das ganz von allein. Jemand stellt eine Frage, und du antwortest. Sie liest beim nächsten Mal deinen Namen und erinnert sich. Sie schaut sich dein Profil an, sieht ein Live, schreibt dir. Und irgendwann, wenn sie einen Grund dafür hat, landet sie auf deiner Webseite.
Links, die du in einer Gruppe teilst, zählen nach bisherigem Stand übrigens nicht zur Zwei-Link-Grenze. Das ist schön, aber für mich gar nicht der Hauptgrund.
Der Hauptgrund ist, dass Facebook gerade alles belohnt, was in einer guten Gruppe sowieso passiert:
- Echte Gespräche. Kommentare in ganzen Sätzen zählen. Köder wie „schreib JA in die Kommentare“ werden abgestraft.
- Echte Inhalte. Beiträge, die nach Vorlage, nach Werbung oder nach KI klingen, rutschen nach unten. Was zählt, sind echte Einblicke aus deinem Alltag.
- Wiederkommen. Wie viele Follower du hast, ist fast egal. Facebook zeigt deine Beiträge vor allem den Leuten, die zuletzt immer wieder mit dir zu tun hatten.
Und dann gibt es da noch eine ganz neue App von Facebook. Sie heißt Forum, ist bisher nur in den USA gestartet und zeigt ausschließlich Inhalte aus öffentlichen Facebook-Gruppen. Facebook baut also gerade eine eigene App nur für Gruppen. Das macht man nicht mit etwas, das man abschaffen will.
Warum gerade jetzt, im KI-Zeitalter
Ich arbeite jeden Tag mit KI, und ich liebe das. Aber ich sehe auch, was gerade passiert: Das Netz läuft voll mit Texten, die alle gleich klingen. KI-Slop sagt man dazu, also Massenware aus der Maschine.
Je mehr davon im Feed landet, desto wichtiger wird das, was keine KI für dich erledigen kann. Dass Menschen dich kennen, sich an deinen Namen erinnern und dir vertrauen.
Genau das ist eine Gruppe.
Was ich hinter den Kulissen über Gruppen gelernt hab
Ich war über neun Jahre im Backstage-Bereich von großen deutschen Personenmarken, bei Online-Businesses mit mehrfachen Millionenumsätzen. Unter anderem arbeite ich für Dr. Renée Moore. Ihre Gruppe „Sacred Success Family“ hat über 17.000 Mitglieder, und solche Gruppen kenne ich von innen. Als Trainerin hab ich über 1.300 Frauen dabei begleitet, solche Gruppen aufzubauen, mit Content und allem, was dazugehört. Viele davon sind heute richtig erfolgreich.

Und ich stand nicht nur dahinter. In Renées Gruppe hab ich seit 2023 immer wieder selbst Lives gegeben, zu KI, zu Social Media, zu deiner Wunschkundin. Manche davon hatten über 200 Kommentare.

Selbst moderiert hab ich diese Gruppen nicht. Aber hinter den Kulissen sieht man sehr genau, was eine Gruppe trägt und woran sie eingeht.
Und das Ergebnis ist immer dasselbe: Gruppen laufen, wenn erst die Beziehung kommt und dann das Verkaufen. Wer seine Gruppe nur nutzt, um seinen Link fallen zu lassen, und dann wieder verschwindet, wird damit keinen Erfolg haben. Eine Gruppe, eine Community, will betreut werden. Da musst du Bock drauf haben, natürlich. Und du brauchst ein richtiges Thema, über das du gerne sprichst. Sonst wird das schwierig.
Aber ich geh mal davon aus, dass du dein Herzensbusiness genau so ausgerichtet hast. Also: go for it. Let's start.
Meine eigene Gruppe
Am 29. September hab ich meine eigene Gruppe aufgemacht: Als Coach ChatGPT und Co. im Business sinnvoll nutzen.
Da geht es darum, wie ChatGPT, Claude und Co. dein Business so gut kennenlernen, dass sie dir wirklich Arbeit abnehmen. Für Online-Coaches, die KI als Mitarbeiterin wollen und nicht als Spielzeug.
Kleines Geständnis am Rande: Eingerichtet hab ich die Gruppe fast komplett mit Claude. Neun von zehn Klicks hab ich nicht selbst gemacht. Das hat sogar länger gedauert, als wenn ich es selbst geklickt hätte. Aber ich konnte in der Zeit Tee trinken und was anderes bauen.
Die Gruppe ist bewusst öffentlich. In einer privaten Gruppe kennen sich die Leute gut, das ist ihre Stärke. Eine öffentliche Gruppe wird dagegen auch von Leuten gefunden, die noch gar nicht drin sind. Und genau die zeigt Facebook in seiner neuen Forum-App.
Heute war mein erstes Live dort, zum Thema „Warum ChatGPT und Co. dich im Business langsamer machen“. Ab jetzt bin ich regelmäßig live, und wann das nächste kommt, siehst du in der Gruppe.
Bitte nicht: Gruppen zuspammen
Eine Sache noch, und die ist mir wichtig.
Wenn jetzt alle auf die Link-Grenze reagieren, indem sie ihre Werbelinks in Gruppen kippen, machen wir genau das kaputt, was Gruppen wertvoll macht.
Darum mach ich es so:
- Erst kommt die Gemeinschaft.
- Dann die Beziehung, und erst danach wird verkauft.
- Der Link kommt nach dem Nutzen.
Sichtbar wirst du in einer Gruppe, wenn du was Hilfreiches beiträgst und die Leute merken, wofür du stehst. Und wenn ein Link dann jemandem wirklich beim nächsten Schritt hilft, hat er auch seinen Platz.
Wenn du dir eine Sache merkst
Die Zwei-Link-Grenze nervt, keine Frage. Aber jede große Änderung auf so einer Plattform zwingt uns, noch mal hinzuschauen, wie wir sie eigentlich benutzen.
Facebook will gar nicht, dass du weniger verkaufst. Es will, dass du erst redest.
Für mich sind das die DMs und die Gruppe. Und wenn du sehen willst, wie das in echt aussieht, komm vorbei.



